Start / Firmen / Vier Rechtsfragen, die man bei der Unternehmensgründung berücksichtigen sollte
4 Rechtsfragen bei Existenzgründung

Vier Rechtsfragen, die man bei der Unternehmensgründung berücksichtigen sollte

Die Gründung eines eigenen Unternehmens kann den Weg in die wirtschaftliche Unabhängigkeit und mehr Freiheit für den Gründer bedeuten.

Gleichzeitig drohen finanzielle Risiken, die diesen Weg erschweren oder versperren.
Darüber hinaus gibt es viele rechtliche Fallstricke, die schon bei der Gründung berücksichtigt werden müssen, damit es später nicht zu unnötigen Schwierigkeiten kommt.

1. Die falsche Rechtsform

Eine der möglicherweise wichtigsten Entscheidungen am Beginn der selbstständigen Karriere ist die Wahl der Rechtsform des Unternehmens. Dennoch werden hier immer wieder schwere Fehler gemacht, wenn z.B. die gewählte Form nicht zum geplanten Geschäft passt. So sollte bereits bei der Gründung abgeschätzt werden, wie hoch das Verlustrisiko ist und welche Mittel benötigt werden, da genau in diesen Bereichen die Rechtsform eine entscheidende Rolle spielt.

Sind Schwierigkeiten von Anfang an nicht auszuschließen, sollte man darauf bedacht sein, das persönliche Risiko möglichst gering zu halten und nicht mit dem Privatvermögen zu haften. Als Rechtsform bietet sich dann häufig eine GmbH an. Ist hingegen ein größerer Kapitalbedarf absehbar, kann eine AG in Frage kommen, auch wenn die Führung eines solchen Unternehmens aufwendiger ausfällt.

Immer müssen die steuerlichen Auswirkungen vor der Entscheidung für eine Rechtsform bedacht werden, wozu gegebenenfalls die zusätzliche Beratung eines steuerlichen Spezialisten erforderlich sein kann.

2. Ungeklärte Verpflichtungen

Die Unternehmensführung bringt eine Reihe von Verpflichtungen mit sich, die über das gute Wirtschaften hinaus gehen. Gerade in der Anfangszeit, wenn man mit drängenderen Problemen beschäftigt ist, können wesentliche Pflichten, z.B. gegenüber dem Staat in Vergessenheit geraten. Dazu zählt unter anderem die pünktliche Zahlung von Sozialabgaben für Arbeitnehmer und eventuell fälligen Steuern. Werden hier die gesetzlichen Vorschriften nicht eingehalten, haftet die Unternehmensleitung unter Umständen persönlich  und muss mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen.

3. Mangelhafte vertragliche Absicherung

Junge Unternehmen entstehen oftmals aus der Initiative von mehreren Personen, die als gleichberechtigte Partner handeln. Das kann den Einzelnen entlasten, gleichzeitig aber auch erhebliche Probleme mit sich bringen, wenn klare Verträge fehlen, die die Zusammenarbeit oder das Ende derselben regeln. Im schlimmsten Fall kann der Streit zwischen Gründern dann im Aus des Unternehmens münden. Nach einer Schätzung des Instituts für Mittelstandsforschung sind in vier Prozent der Fälle nicht wirtschaftliche Probleme, sondern ein Teilhaberzwist schuld am Konkurs eines Startups.

4. Zusammenarbeit  mit dem Partner

Manche Unternehmensgründer sind nicht nur wirtschaftlich, sondern auch privat verbunden. In solchen Fällen werden besonders selten klare vertragliche Vereinbarungen getroffen. Das muss nicht grundsätzlich ein Problem sein, wird aber zu Schwierigkeiten führen, wenn die persönliche Beziehung dem zusätzlichen Druck nicht gewachsen ist. Auch wenn man nicht an das Scheitern der Beziehung glaubt, sollte für diese Fälle erst recht mit präzisen vertraglichen Regelungen, evtl. mit einem Ehevertrag vorgesorgt werden. Andernfalls könnten beide Partner ihre Lebensgrundlage verlieren.

Da diese Punkte längst nicht die einzigen Fallstricke sind, sollten Gründer in jedem Fall rechtzeitig den Rat eines Rechtsanwalts oder Notars einholen. Dieser kann auf mögliche Probleme hinweisen, bevor diese entstehen und so maßgeblich zum Erfolg einer Neugründung beitragen.

Dieser Artikel wurde im Januar 2013 verfasst und beruft sich auf die zu diesem Zeitpunkt gültigen Rechte. Quelle und Informationsgeber war dabei die Darmstädter Anwaltskanzlei “Rechtsanwälte & Notare Ebner und Kollegen”. Die Korrektheit der Informationen kann sich möglicherweise in Zukunft verändern.

Ein Kommentar

  1. Benedikt Friedrich

    Starker Artikel, wobei ich glaube, dass hier mal wieder ein Update interessant wäre. Würde sicherlich auch euren Kunden gefallen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.